Rhythmus und Gesundheitsbildung

Aus dem 20. Internationalen Matrix-Workshop
Tag  2,  27.09.2016: Vortrag Prof. Dr. Maximilian Moser

Prof. Dr. Maximilian Moser sagt "Es gibt physiologisch keinen einzigen Parameter, der nicht zirkulär ist"

Die Forschungsschwerpunkte von Prof. Dr. Maximilian Moser sind Chronobiologie, Schlafforschung, Stress- und Erholungsforschung, Vegetative Regulation

„Nada Brahma“ sagten die alten indischen Rishis: die Welt ist Klang. Im Physikunterricht lernen wir, dass Materie und Licht Wellencharakter besitzen, aus rhythmischen Schwingungen bestehen und somit – auch wenn wir das nicht hören können – Klänge darstellen.

„Der Mensch lebt nicht vom Brot allein“, heißt es im Evangelium, „sondern von einem jeden Wort, das aus dem Munde Gottes geht.“ Das Wort ist geordnete Schwingung, ist Klang – und damit bestätigt Jesus die alte indische Weisheit: Woraus wir bestehen und was uns lebendig macht und erhält ist – hörbar und unhörbar – kosmische Musik: durch Rhythmus geordnete, getaktete Schwingung.

Auch unsere Körperfunktionen sind rhythmische, pulsierende, dynamische Systeme, wie zum Beispiel Blutdruck und Hormonproduktion. Feststehende Blutdruckwerte oder Hormonspiegel sind eine Illusion.

Prof. Moser sagt "es gibt keinen einzigen physiologischen Parameter, der nicht zirkulär ist".

Prof. Moser sagt „es gibt keinen einzigen physiologischen Parameter, der nicht zirkulär ist“.

Atome, Zellen, Organismen, Planeten, Sonnen, Galaxien – alle schwingen in ihrem eigenen Rhythmus, und all diese Rhythmen sind synchronisiert und harmonisch aufeinander abgestimmt, „harmonices mundi“, wie es Keppler nannte: Harmonie der Welten. Wenn sie gestört wird, entsteht Disharmonie. Wenn sie sich in unserem Körper manifestiert, nennen wir sie Krankheit.

Wir sind in eine ganze Reihe von Rhythmen eingebunden:

  • Infradiane Rhythmen, wie Woche, Monat, Jahr, die uns mit dem Kosmos verbinden.
  • Ultradiane Rhythmen, wie Atmung, Herzschlag, Gehirnwellen und Nervenraktionen.
  • Circadiane Rhythmen, die den Erdentag betreffen und mit Tag und Nacht unseren Schlaf-Wach-Rhythmus bestimmen. Taktgeber dafür ist das Sonnenlicht. Wenn es am Morgen von Rot nach Blau wechselt, macht es uns wach, wenn es am Abend von Blau in Rot übergeht, schaltet sich die Melatoninproduktion ein und macht uns bereit für den Schlaf, für Erholung, Regeneration und Reinigung des Gehirns durch öffnen der Gehirnkanäle.

Leider wird durch unsere „moderne“ Lebensweise der Taktgeber aus dem Takt gebracht. Insbesondere Energiesparlampen, LEDs und Computerbildschirme mit ihrem hohen Blauanteil stören am Abend die Melatoninproduktion und machen das Einschlafen schwierig.

Das Sonnenlicht ist der Taktgeber für unseren Schlaf-Wach-Rhythmus.

Das Sonnenlicht ist der Taktgeber für unseren Schlaf-Wach-Rhythmus.

Schlafstörungen können Depression, Erschöpfung und Angst verstärken, und Schlafentzug sogar das Wachstum von Tumoren. Schlafmittel bieten keine Lösung, denn sie erhöhen die Krebsrate um 50 und die Infektionsrate um 100 Prozent.

Bei hartnäckigem nächtlichen Wachliegen können Gedankenblockade, Hyperventilation oder Atem-Achtsamkeitsmeditation helfen. Lavendelöl und ein Warmbad (40°) sind ebenfalls hilfreich.

Ein effektives Mittel gegen die von unserer widernatürlichen Lebensweise hervorgerufenen Probleme sind nach Ansicht von Prof. Dr. Moser Kuren. Der Begriff „Kurlaub“ ist unzutreffend. Durch das zur Ruhe Kommen, Entspannung und Anwendungen wie auch die Matrix-Rhythmus-Therapie schaltet der Organismus um von sympatikotonischem Abbau zu vagotonem Aufbau. Beachtlich sind vor allem die anschließenden Leistungsverbesserungen, die nach 6 Wochen bei 28 % liegen und später immerhin noch bei 11 %. Ein optimaler Puls-Atemquotient liegt bei 4 zu 1 und wird beispielsweise durch ein Hochgebirgskur erreicht. Oder durch ein Bett aus Zirbenholz, das Terpene mit über 800 verschiedenen Substanzen enthält.

Alles Lebendige kombiniert, zwischen Ordnung und Chaos schwingend, unzählige Rhythmen in harmonischer Weise zu Klängen. Und so meint Prof. Moser abschließend: „Leben ist eigentlich ein großes Kunstwerk.“