Spiraldynamik® und ihr Link zur Matrix-Rhythmus-Therapie

Aus dem 20. Internationalen Matrix-Workshop
Tag  2,  27.09.2016: Vortrag Dr. Christian Larsen

„Die Natur hat uns ausgerüstet mit guten Reflexen und einem perfekten Bauplan. Das Potenzial zur Bewegung ist also angeboren, doch wir müssen lernen uns anatomisch richtig zu bewegen und das Potenzial voll auszuschöpfen. So wie wir lernen ein Instrument zu spielen“, meint Dr. med. Christian Larsen.

Der Begründer der Spiraldynamik® hat sich schon während seines Medizinstudiums in Basel gefragt: „Wie funktioniert eigentlich Gesundheit – und was hat Bewegung damit zu tun?“. Früh interessierte er sich für die nicht operative Orthopädie, studierte auch in anderen Kulturen wie z. B. Japan, China, Afrika, Alaska und Tibet. Dabei ließ ihn eine Frage nicht mehr los: „Warum beugt sich der Ellenbogen nach vorne und das Kniegelenk nach hinten?“ Dieser Frage ist er auf den Grund gegangen und hat zusammen mit einer Forschungsgruppe, Bewegung analysiert, insbesondere die Reflexe und Bewegungen von Neugeborenen. In der Evolutionsgeschichte hat er dann die Antwort auf seine Frage bekommen:

Dr. Larsen erzählt: Die Natur arbeitet mit definierten nachvollziehbaren Prinzipien. Die Spirale ist ein solches Schlüsselelement.

Dr. Larsen erzählt: Die Natur arbeitet mit definierten nachvollziehbaren Prinzipien. Die Spirale ist ein solches Schlüsselelement.

„Als die Fische an Land gingen und ihre Flossen an Gliedmaßen umwandeln mussten, hat sich die vordere Flosse nach vorne innen gedreht. Damit man sich dem Boden entlang nach vorne ziehen kann. Und die hinteren Flossen drehten sich nach außen hinten, damit abgestoßen werden kann. Es wurde klar, bei den Extremitäten sind es spiralige Bewegungen mit umgekehrten Drehrichtungen.

Und was die Bewegung der Wirbelsäule anbelangt, gibt es in der Evolution drei Schritte zu beobachten: Bei den Fischen gibt es die Lateralflexion. Bei der Fortbewegung von Säugetieren ist die Beuge-Streck-Bewegung (Flexion-Extension) im Vordergrund. Bei den Menschen ist die dominante Bewegung die links-rechts-Verschraubung der Wirbelsäule. Wieder eine Spiralbewegung!“, erzählt Dr. Larsen. „Mit diesen Erkenntnissen wurde klar: Der Bauplan des Menschen besteht aus ineinandergreifenden Spiralen.“ Spiralische Verschraubung durch Rotation und Gegen-Rotation.

Nicht nur in der Bewegung selbst hat man Spiralen; wir sind umgeben von ihnen.

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Auch der magneto-mechanische Schwingkopf des Matrixmobils® hat die Form einer logarithmischen Spirale, wodurch im Körper Wellenmuster erzeugt werden, die sich spektral und zirkulär ausbreiten.

Wenn man nach Außen schaut, zeigt sich: wir drehen uns mit der Erde, die sich gleichzeitig um die Sonne bewegt durch den Raum – das ergibt eine Spiralbewegung. Die Sonne bewegt sich ebenfalls um das Zentrum der Milchstraße: eine weitere, solare Spirale. Und da die Milchstraße sich mit weiteren Galaxien ebenfalls um ein Zentrum bewegt finden wir hier eine galaktische Spirale – und darüber vielleicht noch mehrere.

Wenn wir nach Innen schauen, finden wir, dass das Blut in unserem Herzen Spiralwirbel bildet und im Innersten unserer Zellen die Erbinformation auf der DNS zu einer Doppelspirale gedreht ist. Und in der lebendigen Natur finden sich unzählige Spiralformen bei Pflanzen und Tieren. Vom Kleinsten bis zum Größten.

Die Chaosforscher sprechen hier von „Selbstähnlichkeit“, und in der „Tabula Smaragdina“, einem uralten Text aus der hermetischen Philosophie, heißt es: „Das was unten ist, gleicht dem, was oben ist und das, was oben ist, gleicht dem, was unten ist – um die Wunder des einen Dinges zu vollbringen.“ Zeichen einer höheren Ordnung, die den gesamten Kosmos durchdringt, und in rhythmischen Schwingungen alles Existierende erschafft und erhält.

In der Natur finden sich Spiralen beispielsweise in der Anordnung der Kerne in einer Sonnenblume, und der Samen in einem Kiefernzapfen, Farn, der sich entfaltet, Schneckengehäuse, Röhrenwürmer, die ausgestorbenen Ammoniten und ihr heutiger Nachfahre Nautilus oder Perlboot. Auch beim Menschen findet sich die Spirale nicht nur in der DNS, sondern auch im Innenohr und in den Muskeln und Faszien.

 

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Dr. Larsen erklärt, in welcher Position man die Rippen am besten in eine Dreh-Dehnbewegung bringt. Der erste Schritt ist die richtige Lagerung. Im nächsten Schritt wird zwischen den Rippen behandelt.

 

Diese Erkenntnisse sind praktisch und diagnostisch anwendbar.

„Für die Praxis bedeutet das, wenn der Mensch sich anatomisch richtig bewegt, wird er in seinen Bewegungen und in der Koordination effektiver und gesunder: Weniger Verschleiß, weniger Schmerzen.“ sagt Dr. Larsen.

Der moderne Mensch allerdings nutzt seine vielfältigen Bewegungsmöglichkeiten nur noch unzureichend. Er kennt in der Regel den Bauplan seines Körpers nicht. Das führt dazu, dass Muskeln geschwächt werden oder verhärten. Die Folge: Bewegungseinschränkungen und Schmerzen.

Das Ziel ist es also dem Menschen zu befähigen, sich seinem Bauplan gemäß zu bewegen.

Das Prinzip der Spiraldynamik ist auch diagnostisch in der Medizin anwendbar. Wie bewegt sich der Mensch? Wo weicht sein Bewegungsmuster von Spiralprinzip ab? Genau dort ist das Potential, wo etwas getan werden kann.  Unter anderem mit Hilfe der manuellen Therapie, durch Rehabilitation und aktives Bewegungslernen.

Zusammenfassend sagte Dr. Larsen:

  • Die Natur arbeitet mit definierten nachvollziehbaren Prinzipien.
  • Die Spirale ist ein solches Schlüsselelement.
  • Der menschliche Körper besteht aus ineinandergreifenden Spiralen.
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Dr. Larsen empfiehlt in der Bewegung zu behandeln und eine Einheit mit dem Patienten zu bilden. Der Behandler sollte sich am besten im Rhythmus mitbewegen, um selber nicht zu verkrampfen.

Hier finden wir auch die Verbindung zur Matrix-Rhythmus-Therapie, die ebenfalls mit Naturprinzipien arbeitet. Der diagnostische Blick nach dem Spiralprinzip ermöglicht dem Matrix-Therapeuten gezielt am Gewebe zu arbeiten. Nach der Mikro-Mobilisation und dem „Reset der Muskulatur“ durch die Matrix-Rhythmus-Therapie kann der Patient dann auch leichter in die aktive Bewegung gehen. Die physiologische Bewegung lernen!

Dr. Larsen hat die Matrix-Rhythmus-Therapie mittlerweile in all seinen medizinischen Centern etabliert. Er zeigte den Teilnehmern an zwei nachmittags Workshops wie die Anwendung der Matrix-Rhythmus-Therapie und der Spiraldynamik in der therapeutischen Arbeit miteinander zu verknüpfen sind.

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Wie sieht das individuelle Ungleichgewicht bei dem Patienten aus? Wo sind Stärken und Schwächen? Nachdem diese Fragen geklärt sind, arbeiten Sie mit dem Matrixmobil auf den verkürzten Strukturen in ihrem Veraluf und kommen leichter in die Mobilisation